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Lord of Arcana

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Und täglich grüßt eine neue Quest
Nachdem ihr mit dem Tutorial fertig seid, landet ihr in eurer Heimatstadt - leider nun mit Level 1 - wo ihr dazu gezwungen seid der Gilde beizutreten, um Aufgaben anzunehmen und weiterzukommen. Eine richtige Welt gibt es nicht: Ihr arbeitet eine Quest nach der nächsten ab und werdet dabei jeweils in ein anderes Gebiet teleportiert in dem ihr entweder Gegenstände beschaffen oder Gegner besiegen müsst, was letztlich auf das Gleiche hinausläuft.

Zu den Quests sei gesagt, dass ihr jeweils eine bestimmte Zeit habt diese zu bewerkstelligen. Ist die Zeit abgelaufen, habt ihr genauso versagt wie wenn ihr sterben solltet. Im Übrigen bedeutet das Versagen bei einer Quest das Zurücksetzen zu dem Zustand vor Beginn der Mission. Ihr könnt also nicht in einer aktuellen Quest leveln, was gerade dann problematisch ist, wenn man noch leveln müsste, es aber keine geeignete Quest davor gibt. So ist das etwa vor Beginn der dritten Quest, die ersten beiden Quests sind zu einfach und geben zu wenig Erfahrung, der Endgegner der dritten Quest ist allerdings unerhört stark.
Gut, dass es andere Hilfe gibt: Hilfe von außen, Hilfe von Mitspielern. Ihr könnt eure PSP über eine lokale Wi-Fi-Verbindung mit drei anderen Spielern verbinden und gemeinsam spielen. Dabei könnt ihr alle Missionen machen, die eurem schwächsten Mitstreiter zur Verfügung stehen. Im Multiplayer kommt auch erst die Gewehrlanze, eine der Waffenarten, richtig zur Geltung, denn im Singleplayer kann man mit einer solchen Fernkampfwaffe kaum bestehen.

FAZIT
Lord of Arcana ist angetreten, um Monster Hunter zu ärgern. Um auch ja keinen Fehler zu machen, setzt das Spiel vollständig auf altbekannte Elemente, die es zum Großteil schon seit Diablo für den PC von 1997 gibt. Das Schema verläuft immer gleich: Ihr lauft zum Questgeber, werdet in ein Dungeon teleportiert, um dort ein paar Gegner zu schlachten. Danach kommt ihr mit eurer Beute wieder, um eure Ausrüstung zu verbessern. Es gibt Crafting, also die Erstellung von Gegenständen aus anderen Gegenständen, aber nur im kleinen Rahmen. Abseits davon könnt ihr eurem Charakter mehrere Ausrüstungen zuordnen, so dass ihr auf Knopfdruck komplett anders gekleidet seid – allerdings lohnt sich das kaum, da euer Waffenlevel ja mit euch levelt und wechselt ihr die Waffengattung, so müsstet ihr diese neu aufleveln.

Die Grafik ist für PSP-Verhältnisse durchaus ordentlich, der Sound mit Stücken von den Altmeistern Nobuo Uematsu und Hitoshi Sakamoto verkörpert stimmungsvoll die Fantasy-Kulisse des Spiels und die Steuerung geht auch in Ordnung, wenngleich es etwas daneben ist, dass es selbst im Singleplayer keine Pausefunktion gibt. Außerdem wäre eine automatische Kamerafunktion im Erkundungsmodus sicher nicht zu viel verlangt. So, wie es ist, muss man die Kamera ständig selbst drehen. Letztlich bietet Lord of Arcana „nur“ herkömmliche Hack 'n' Slay-Kost, weil die Entwickler zu ängstlich vor wirklichen, innovativen Änderungen waren und auch das Balancing der Waffenklassen und Quests nicht vollends überzeugen kann. Nichtsdestotrotz kommt ein gutes, erfüllendes Gefühl beim Schnetzeln der Gegner auf, man fühlt sich als hätte man selbst etwas erlegt – und gerade das ist das Wichtigste bei dieser Art von Spiel. Wer jemanden hat, mit dem er zusammen spielen kann, dem sei das Spiel wärmstens empfohlen, ansonsten sollte man sich genau überlegen wie stark der Drang nach Monsterhatz und Aufleveln wirklich ist, ehe man sich an diesem Titel vergreift.

Daher für Einzelspieler mittelmäßig bis ordentlich und im Mehrspielermodus ordentlich bis gut.
 Autor:
Marc Ziesemann
Testbericht
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